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Hausacher LeseLenz-Stipendien 2014 und
Gisela-Scherer-Stipendium 2015


Träger: Neumayer Stiftung, Verein zur Förderung des Hausacher LeseLenzes e.V.
und die Stadt Hausach

 

Die Stadt Hausach und der Hausacher LeseLenz vergeben in Kooperation mit der Neumayer Stiftung und dem Verein zur Förderung des Hausacher LeseLenzes e.V. drei Arbeits- und Aufenthaltsstipendien. Zum einen in der Kategorie Kinder- und Jugendbuch, zum anderen ein Stipendium für Lyrik oder Prosa. Ein drittes Stipendium trägt den Namen „Gisela-Scherer-Stipendium des Hausacher LeseLenzes“. Letzteres soll an Gisela Scherer erinnern, die im Jahr 2010 verstorben ist. Sie war Mitbegründerin des Hausacher LeseLenzes vor 17 Jahren und hat die Idee der Hausacher Stadtschreiber-Stipendien mitentwickelt. Das „Gisela-Scherer-Stipendium“ kann sowohl für Lyrik und Prosa als auch für den Bereich Kinder- und Jugendbuch vergeben werden.

Die Stipendien werden jeweils für drei Monate zugesprochen und bestehen aus der Bereitstellung einer Wohnung in Hausach und der Zahlung von 1.500.- Euro pro Monat und Stipendium. Bewerberinnen und Bewerber müssen eine eigenständige Publikation einreichen, die nicht im Eigenverlag erschienen ist, und einen „Literarischen Fragebogen“ ausfüllen, der auf der Internetseite des Hausacher LeseLenzes (www.leselenz.de) entnommen werden kann. Eine Bio-Bibliographie sollte ebenso mitgesandt werden. Ferner wäre es wünschenswert, dass sich die Stipendiatinnen und Stipendiaten auf eine individuell abzusprechende Art und Weise literarisch in den Schwarzwaldort einbrächten. Gedacht wird an jeweils eine Lesung zu Beginn und zum Abschluss des Stipendiums und an ein Lese- oder Schreibprojekt an einer der Hausacher Schulen, während des dreimonatigen Aufenthaltes in Hausach. Es ist vorgesehen, die Stipendiatinnen und Stipendiaten am Vorabend des Hausacher LeseLenzes, am Donnerstag, 10. Juli 2014, im Rahmen einer feierlichen Begrüßung in Hausach vorzustellen.

Über die Vergabe der Stipendien entscheidet eine unabhängige Jury. Auf Wunsch der Bewerberinnen und Bewerbern werden die eingesandten Bücher nach der Jury-Sitzung zurückgeschickt. Sollte dies nicht vermerkt sein, werden sie an die Hausacher Schulen weitergegeben. Email-Bewerbungen können nicht berücksichtigt werden. Mit einer Entscheidung wird bis Mitte Mai gerechnet.

Stipendienzeitraum:

Lyrik oder Prosa: 1. Juli – 30. September 2014
Kinder – und Jugendbuch: 15. Oktober 2014 – 15. Januar 2015
Gisela-Scherer-Stipendium: 1. Februar 2015 – 30. April 2015

Einsendeschluss der Bewerbung: 15. April 2014

Die Bewerbungen sind einzureichen an:

Hausacher LeseLenz-Stipendium
z.Hd.v. Kulturamtsleiter
Hartmut Märtin
Kultur- und Tourismusbüro
Hauptstraße. 34
77756 Hausach
Tel: 07831 / 7970
h.maertin@hausach.de



Hier können Sie die Ausschreibungsunterlagen als PDF herunterladen:


Literarischer Fragebogen 2014

www.leselenz.de

 

 



    Hausacher Stadtschreiber 2013 gekürt

     

    Jens Schumacher,
    Dominik Dombrowski
    und
    Thomas Rosenlöcher
    kommen
    nach Hausach

    Anlässlich ihrer 750-Jahr-Feier hatte die Stadt Hausach in Kooperation mit der Neumayer-Stiftung 2009 erstmals zwei Arbeits- und Aufenthaltsstipendien  im Molerhiisle in Hausach ausgeschrieben. Zum einen in der Sparte „Lyrik oder Prosa“, zum anderen, um den Bereich „Literatur für Kinder und Jugendliche“ zu fördern. Im Jahr 2012 kam dann das Gisela-Scherer-Stipendium hinzu, das vom Verein zur Förderung des Hausacher LeseLenzes getragen wird.

    Neben dem Nachweis literarisch eigenständiger Buchpublikationen waren die Bewerberinnen und Bewerber auch gebeten worden, Ideen für Projekte in Hausach zu skizzieren und einen „literarischen Fragebogen“ zu beantworten. Der Fragebogen trug auch in diesem Jahr nicht unwesentlich zur Entscheidungsfindung bei.

    Die Hausacher Stadtschreiber für das Jahr 2013/14 sind gewählt. Eine dreiköpfige Jury stimmte bei 98 Bewerbungen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, den USA und Serbien für Dominik Dombrowski in der Sparte Belletristik/Lyrik und für Jens Schumacher im Bereich Kinder- und Jugendbuch.

    Das Gisela-Scherer-Stipendium, das den Namen der LeseLenz-Mitbegründerin Gisela Scherer trägt, die 2010 verstorben ist und das die Erinnerung an sie lebendig halten will, wurde Thomas Rosenlöcher aus Dresden zugesprochen.

    Dominik Dombrowski tritt sein Stipendium im Sommer 2013 an und Jens Schumacher wird im Oktober dieses Jahres nach Hausach kommen. Das Gisela-Scherer-Stipendium ist für den Zeitraum Anfang Februar – Ende April 2014 vorgesehen, dann wird Thomas Rosenlöcher in Hausach sein.

    Mit Dominik Dombrowski überzeugte ein Dichter die Jury, dessen Texte eine Magie der Kompromisslosigkeit erzeugen. Die ungeheure Wucht seiner Gedichte besteht in der wirklichkeitsnahen Wahl der Themen und ihrer erzählenden Sprache. Wenn er beispielsweise einem seiner Gedichte „von den geheimnisvollen Männern vor dem Getränkemarkt“ spricht, legt sich eine Art melancholische Realität über die Zeilen. Mitfühlend im besten Sinne des Wortes. Zwischen Schauen und Mitempfinden in allen Gefühlslagen. Niemals ist sein Blick ein nüchterner. Daraus schafft Dombrowski die Sogkraft seiner Poesie. Wenn er über diese Männer vor dem Getränkemarkt beispielsweise schreibt: „beim Festzurren des Kastens aufs Fahrrad am Parkplatz des Getränkemarkts sind sie die Arbeiter des Vergessens in ihren Zimmern / wird es niemals klingeln / sie sind längst Experten geworden / Experten des Zusehens / des Alterns / der Morgenröte“. Eine Tristesse, die unter die Haut geht. Dieser Tonfall ist selten in der deutschsprachigen Lyrik.

    Dominik Dombrowski, geb. 1964 in Waco/Texas/USA, lebt in Bonn. Studium der Philosophie und Literaturwissenschaften. Freier Lektor. Er war Finalist beim Lyrikpreis München (2010) sowie Preisträger der Schwabenakademie Irsee (Irseer Pegasus 2008) und gewann den FEEL-Lyrikpreis (München 2003)Seine Lyrik und Prosa erschien bislang meist in Anthologien und Zeitschriften.
     

     

    Jens Schumacher ist einer der spannendsten Kinder- und Jugendbuchautoren in Deutschland. Mit „Asmoduin“, dem Titelhelden seines gleichnamigen jüngsten Buches ist ihm ein Schlitzohr par excellence gelungen, ein abenteuerlustiger Jungteufel, der auf die Erde kam, um das Mathe-Genie Bob, der ihn über ein Zahlenrätsel selber gerufen hatte, in allerlei Bedrängnis zu bringen. Bob will ihn natürlich wieder loshaben, aber dem Höllenabkömmling „Asmoduin“ gefällt es ausgesprochen gut auf der Erde... Ein Buch voller Witz und feurigem Humor, über das eine Kritik schreibt: „Dieses Kinderbuch ist ein echter Kracher, der gute Laune verbreitet und die Bauchmuskeln um Hilfe schreiben lässt“ (Susann Fischer).

    Auf die Frage Nr. 2 des „Literarischen Fragebogens“, von welchem Kritiker er am liebsten zerrissen werden will, antwortet Schumacher: „Von meiner Mutter (hat immer Recht)“

    Jens Schumacher wurde 1974 in Mainz geboren wo er heute auch lebt. Er arbeitet seit Ende der neunziger Jahre als freier Autor von Kinder- und Erwachsenenstoffen. Bist heute erschienen rund 60 Buchtitel in unterschiedlichen Genres, darunter Fantasyromane, Krimis, interaktive Spielbücher und Jugendserien, die in zahlreiche Sprachen überwetzt wurden. Weitere Informationen: www.jensschumacher.eu

     

 

    Thomas Rosenlöcher ist Dresdner und sich dessen durchaus bewusst. So verrät er in einem Interview ein bemerkenswertes Geheimnis, indem er vom sächsischen Humor sagt, dass dieser eine Weisheit in sich trage, weil er um die Begrenztheit des eigenen Ichs wisse. Rosenlöchers literarische Bedeutung als einer der herausragenden Dichter der Gegenwart ist unbestritten. Seinen ersten Lyrikband publizierte er 1982. Danach folgten regelmäßige Veröffentlichungen, mit denen er sich als sprachwandernder Dichter und ruhiger Beobachter der Natur einen Namen gemacht hat.  Die FAZ sprich von der „Andacht zum Kleinen“. Vielleicht weißt er gerade deshalb immer auch um die politische Dimension des Lebens und nimmt diese Verantwortung als Autor auch wahr.

    Thomas Rosenlöcher, Jahrgang 1947, lebt in Dresden und im Erzgebirge. Nach dem Wirtschaftsstudium folgte ein Studium am Literaturinstitut in Leipzig (1975-1978). Sein umfangreiches Werk wurde u.a. mit dem Hölderlinpreis Tübingen und dem Preis für Lyrik (Hannover) ausgezeichnet. Er ist Mitglied der Sächsischen sowie der Berliner Akademie der Künste.

    Auf die Frage, wo er am liebsten lese, gab Thomas Rosenlöcher kurz und bündig kund: „Im Wald.“

     

    Die drei Autoren werden am Donnerstag  20. Juni 2013 am Vorabend des Hausacher LeseLenzes (21. - 24. Juni 2013) mit einer kleinen Feier in Hausach begrüßt.

     

    Im Namen der Jury

    José F.A. Oliver
    (Kurator Hausacher LeseLenz)

    Der Jury gehörten an

    Ulrike Wörner (Friedrich-Bödecker-Kreis in Baden- Württemberg e.V.)
    Robert Renk (8tung Kultur, Innsbruck / Österreich)
    José F.A. Oliver (Hausacher LeseLenz)